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Dildo Museum
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Dildos in Mittelalter und Neuzeit
Zwischen Zucht und Laster
In Europa wandten sich im Mittelalter Kirchenvertreter gegen das populäre Instrument und geißelten seine Benutzung als Sünde. Der bis ins 18. Jahrhundert noch starke Einfluss der Kirche stand parallel neben adeliger Prachtentfaltung. Während die Kirche Zucht und Ordnung propagierte, war der Hof nicht selten ein Ort sexueller Ausschweifungen, geprägt von Lust und Laster.
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Es gibt zahlreiche Belege dafür, dass sich die Frauen weiterhin – und nicht nur bei Hofe – selbst erfreuten, wie der seit dem 12. Jahrhundert in Frankreich gebräuchliche Name für
Dildos, nämlich „Godemichés“ (= erfreu mich selbst), belegt. Die Italienerinnen vergnügten sich hingegen an sogenannten
„Dilettos“ (= Entzücken).
Von Katharina von Medici wird berichtet, dass sie im 16. Jahrhundert in Italien in den Koffern ihrer treuen Hofdamen eine Vielzahl sogenannter
„passatempos“ vorfand: Penisse aus Glas, die mit warmem Wasser gefüllt wurden.
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Das 18. Jahrhundert brachte mit zunehmenden empirischen Interesse auch einen Aufschwung für das Sexspielzeug, der einherging mit einer Professionalisierung von Sex. Es entstanden Studios, die besondere Spielzeuge anboten oder auch für den privaten Gebrauch zur Verfügung stellten. Realitätsnähe war damals Trumpf!
In Frankreich gab es Ledersäcke in Form von Hoden und Penis, die mit heißer Milch gefüllt wurden. Manche der hohlen Dildos hatten ein Loch, an dem ein Spritzbeutel befestigt war, aus dem man eine weiße Flüssigkeit heraus spritzen oder auch aufsaugen lassen konnte.
Gerade auf Reisen waren derartige Hilfsmittel bei Damen aus gutem Hause beliebt. Bestimmte Schlafstätten wurden in südliche Ländern gerne aufgesucht, weil sie ideal geschwungene Bettpfosten hatten, die zum Aufsitzen einluden.
Zum 3. Teil:
19. Jahrhundert bis Heute
Vom Frust zur Lust
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