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Frühe Zeugnisse - Lust macht erfinderisch

Seit Jahrtausenden werden künstliche Masturbations-Instrumente in allen Teilen der Welt und in vielen Kulturen von Frauen unterschiedlichster Schichten und Herkunft benutzt, um gesteigerte Lust zu erleben. Die Dildos wurden dazu aus verschiedenen Materialien hergestellt. Nicht selten griffen Frauen einfach auf das Nächstliegende zurück, aber auch wahrer Erfindungsreichtum und handwerkliches Geschick kamen zum Einsatz.

Der älteste bekannte Dildo stammt aus der Altsteinzeit. Das 28.000 Jahre alte Phallussymbol aus Stein weist Schleifspuren und Verzierungen auf. Es wurde 2005 in der Nähe von Ulm, bei Schelklingen (im Hohlen Fels), ausgegraben und ist stolze 20 cm lang und etwa 3 cm dick.
Vor diesem Fund galt lange ein in Harappa, in Pakistan, gefundener, ebenfalls steinerner, Dildo aus dem 4. Jahrtausend v. Chr. als der älteste. 

  

 


          

  

  
  

In Ägypten verwendeten Frauen im 3. Jahrhundert v. Chr. aus Papyros gefertigte Tüten-Dildos, die sie – mit Fliegen oder Ameisen gefüllt – einführten, um sich vom Kribbeln und Krabbeln der Insekten stimulieren zu lassen.

Im antiken Griechenland nannte man die Lustbringer „Olisbos“. Um 500 v. Chr. entwickelte sich der damals griechische Ort Miletus zum Produktionszentrum der Dildos, die dort hauptsächlich aus Holz gefertigt und mit Leder überzogen und auf den damals üblichen Handelswegen ins Ausland verschifft wurden. Allerdings gab es in Griechenland auch Gegenden, in denen „Olisbos“ aus Ton oder Glas – mit heißer Eselsmilch gefüllt – zu klitoralen Freuden verhalfen.

Während afrikanische Stammesfrauen oftmals Holz-Dildos bevorzugten, wurden anderen Orts Früchte und Pflanzen verwendet. So nutzten Frauen auf den polynesischen Inselgruppen zum Beispiel unreife Bananen.
Im einstigen Japan und vorderen Orient bevorzugte man elastische Früchte und Pilze, die durch die Feuchtigkeit der Vagina nach dem Einführen anschwollen. 


  
  

 

 

Im alten, für seine filigrane Kunst bekannten China hingegen wurden kunstvolle Objekte für die Selbstbefriedigung der Frau aus Elfenbein gezaubert. Aber auch die einfachere Version aus Holz und die luxuriöse Variante aus Jade sind bekannt. Überliefert ist auch die Verwendung einer Pflanze, die eine phallusartige Form und die Eigenschaft besaß, in heißem Wasser anzuschwellen und hart zu werden. Die Chinesen nannten sie „kuang-tung-p'ang“ (Cantonese groin).

Zum 2. Teil: 
Dildos in Mittelalter und Neuzeit
Zwischen Zucht und Laster

 

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